Professur für Marketing

Der Herkunftslandeffekt: Eine kritische Würdigung des State of the Art

Der Einfluss des Produktherkunftslandes auf das Konsumentenurteil, der sog. Herkunftslandeffekt (Country of Origin-Effekt), hat in Forschung und Praxis starke Beachtung erfahren. Trotz unzähliger Studien ist der Erkenntnisstand jedoch noch immer unbefriedigend. Dies liegt u. a. daran, dass der Herkunftslandeffekt in realitätsfernen Untersuchungen mit erheblichen methodischen Schwächen überschätzt wurde. Für die Marketing-Praxis bedeutsamere Formen von Herkunftshinweisen wurden in der verhaltenswissenschaftlich orientierten Forschung ebenso weitestgehend vernachlässigt wie rechtliche Bestimmungen, die der Umsetzung enge Grenzen setzen. Um ein grundlegendes Verständnis des Forschungsfeldes zu entwickeln, skizziert vorliegende Studie zunächst den derzeitigen Erkenntnisstand und zeigt Einflussfaktoren des Effektes systematisch auf. Sodann diskutiert der Beitrag zentrale Problembereiche und neue Herausforderungen des Gebietes. Um dem zukünftig zu begegnen und zu neuen Erkenntnissen beizutragen, werden zahlreiche Direktiven für die Forschung erarbeitet.

Mai, R. (2011). Der Herkunftslandeffekt: Eine kritische Würdigung des State of the Art, in: Journal für Betriebswirtschaft, 61 (2), 91-121.